Schmerzensgeld bei Auffahrunfall?

„Wenn’s hinten kracht, gibt’s vorne Geld“
Bemessung der Höhe des Schmerzensgeldes bei einem Auffahrunfall

Regelmäßig kommt es beim Auffahrunfall zu einer Verletzung der Halswirbelsäule (HWS-Distorsion), im Volksmund auch Schleudertrauma genannt.
Was muss der Geschädigte hierbei beachten?

Grundsätzlich gilt, dass die Verletzung nach dem Verkehrsunfall zeitnah durch einen Besuch in der chirurgischen Ambulanz eines Krankenhauses bzw. durch einen niedergelassenen Arzt untersucht werden sollte.

Nur hierdurch kann eine korrekte Diagnose nebst einer Therapieempfehlung erstellt werden. Auf der Basis dieser Angaben und dem konkreten Behandlungsverlauf
kann dann eine Bemessung eines angemessenen Schmerzensgeldes durch einen Rechtsanwalt erfolgen. Generell gilt, dass ohne eine anwaltliche Vertretung ein Schmerzensgeld gegenüber der gegnerischen Versicherung nur schwer durchsetzbar ist.

Öffnen der Fahrertür bei parkendem Fahrzeug

Wer haftet bei einer Kollision bei einer Vorbeifahrt an einem parkenden Fahrzeug, bei dem plötzlich eine Fahrzeugtür geöffnet wird?

Kommt es beim Austeigen aus einem geparkten Fahrzeug zu einer Kollision mit dem fließenden Verkehr, spricht der Anscheinsbeweis dafür, dass der Aussteigende die Sorgfaltsanforderungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht beachtet hat.

Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausschließen

Der Ein- oder Aussteigende muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Wer die Fahrertür öffnen will, muss den Verkehrsraum vorher nach hinten durch die Rückspiegel und erforderlichenfalls durch die Fenster beobachten.

Der fließende Verkehr muss beim Vorbeifahren nicht mit einem plötzlichen Öffnen von Fahrzeugtüren rechnen. Der fließende Verkehr hat grundsätzlich Vorrang. Der beim Vorbeifahren einzuhaltende Seitenabstand darf nach den Umständen des Einzelfalles durchaus geringer sein als der beim Überholen und bei der Begegnung regelmäßig verlangte Mindestabstand von 1 m.

Jeder Verkehrsteilnehmer in Reinbek, der die Hamburger Straße in Höhe des Parkstreifens vor dem Krankenhauses Reinbek, St. Adolf- Stift, stadteinwärts regelmäßig befährt, sollte diese Rechtsprechung kennen!

Gericht: Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 10.07.2014 – 19 U 57/14